| Atemtherapie |
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Dozentin: Irene Uhlig
© Irene Uhlig |
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Für alle medizinischen Berufsgruppen Literatur: Norbert Faller Erika Kemmann-Huber |
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Atemtherapie

Psycho-Physische Atemtherapie
Die Methode des Erfahrbaren Atems® stellt den Atem als Ursprung der Lebenskraft und als Impuls für die derzeitige Gemüts-, Gedanken- und Wesensart in den Mittelpunkt der Betrachtung.
Der Atem ist normalerweise unbewußt – er wird vegetativ gesteuert und ist willkürlich beeinflußbar; es bedarf jedoch keiner Atemtechnik. Der Atemfluß wird erfahrbar beim Sich-Dehnen und Sich-Bewegen im Liegen, Sitzen und Stehen. Er wirkt sich auf die Stimme und auf die emotionelle Grundstimmung aus. Achtsamkeit bei der Hinwendung zu der jeweiligen Leibesregion in ihrer Tiefe wird durch das Auflegen der spürsamen Hände unterstützt. Bewußt gewordene Atembewegung, die Erfahrung des Weit- und Schmalwerdens im eigenen Rhythmus führt zu vertieftem Empfindungsbewusstsein für den Spannungszustand in Muskeln, Sehnen und Gelenken. Sich-Öffnen für den Atem bewirkt zugleich Durchlässigkeit und Schwingungsfähigkeit zwischen Innen- und Außenwelt.
Atem – Brücke zwischen körperlichen und seelischen Funktionen
Sammlung auf den Atem trägt dazu bei, Lösungsbewusstsein zu entwickeln. Stress, Schmerzen, Angst und Nervosität stellen sich als Einengung im Atemraum dar. Diese Beeinträchtigung des Atems führt zu Schwäche oder Verkrampfung, Fehlhaltung und schließlich zu Störungen des psycho-physischen Gleichgewichts. Der Atem ist unmittelbar an der Entstehung psychosomatischer Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, des Magen-Darm-Kanals, des Herz-Kreislaufsystems, des Nerven- und Hormonsystems beteiligt.
Atem – Organisationszentrale seelisch-geistiger Funktionen
Empfindungsbewusstsein für den eigenen Atem zu entwickeln führt zu besserem Einfühlen in die Probleme von Patienten. Über Körperspür- und Kontaktübungen werden die TeilnehmerInnen für die „wohlmeinende Berührung“ sensibilisiert. Nähe und Distanz werden thematisiert. Das Ziel ist es, die Selbstregulation des Verhaltens über den Atem als Organisationszentrale seelisch-geistiger Funktionen zu erlernen.
Anwendungsbereiche
- Atemwege und Lunge (z. B. Asthma, Emphysem, Kurzatmigkeit)
- Stimmbildung (Heiserkeit, Stimmlosigkeit, Kehlkopfentzündung)
- Haltungsschäden und Gelenkprobleme (z. B. Bandscheibenschäden, Arthrose)
- Fehlhaltungen, die sich seelisch bedingt, mit Über- oder Unterspannung in der Körperhaltung manifestieren und Schmerzen bereiten (z. B. Rücken, Kopf, Schultern, Hüften, Beine)
- nervöse Reiz- und Erschöpfungszustände bei Frauen in den Wechseljahren und bei gestressten Männern in der Lebensmitte (z. B. Unruhe, Schlafstörung, nervöses Atemsyndrom)
- Angstzustände mit Schweißausbrüchen, Herzrasen, Tinnitus, Schwindel, Panik und Atemnot
- Lebenskrisen, Traumata und Sterben
- Psychosomatische Erkrankungen der inneren Organe (z. B. Magen-Darm-Kanal, Herz-Kreislauf-System und Atemwege)
Die Atemtherapie wirkt entspannend und anregend. Sie ist für Menschen in den sogenannten helfenden Berufen eine wertvolle Erfahrung auch im Umgang mit der eigenen Kraft.
Thema: Dehnen – Bewegen – Atmen
Thema: Sammeln – Empfinden – Atmen
Bewusstheit im Zulassen der Atembewegung entwickelt sich über Sammlung auf den Atem.
Das bedeutet, sich dem Atem hinzugeben, ihn achtsam wahr zu nehmen ohne ihn zu dirigieren oder in seinen Rhythmus einzugreifen. Mittels der Methode der psychophysischen Atemtherapie wird das Interesse an den inneren Sinnesreizen – des Tastsinnes und der Tiefensensibilität [Interozeptoren] geweckt. Bei einiger Übung zeigt sich Empfindung für den gesamten Körper [sensory awareness]. Wahrnehmbar wird die Veränderung des Atemrhythmus und des Muskeltonus, Durchlässigkeit der Gelenke, Organ- und Gewebsschichten. In ausgeglichener Atemspannung dringt die vitale Kraft hervor.
Auf der seelisch-geistigen Ebene stellt sich langfristig Wandlung ein, die andere Dimensionen des Seins durchscheinen lässt. Es lebt sich leichter, in der Lebendigkeit des Atems schwingungsfähig zu sein. Wir lernen Stimmungen und Gefühlen mehr Beachtung zu schenken, verstehen sie allmählich besser und beginnen Einfluss zu nehmen. Diese Erfahrung gibt uns Selbstvertrauen im Leben. Jeder Mensch hat die Fähigkeit, den Atem bewusst zuzulassen. Wir haben die Chance, mehr Körperbewusstsein in uns selbst zu wecken und dieses Wissen in unsere Arbeit mit Patienten zu integrieren.
Kursinhalt:
- Atemanregung: Dehnen, Schwingen, Federn, Schütteln
- Atemübungen im Sitzen, Stehen und Liegen
- Spür- und Kontaktarbeit in Partnerübungen
- Lebendigkeit im Atemrhythmus
- Innenraum - Außenraum
- Widerstand - Atemspannung - Kraftentfaltung
- Raum – Richtung - Spiralbewegungen
- Erleben der Atemwelle
- Vokalraum
Dieser Kurs setzt den Einführungskurs voraus, ggfs. Erfahrungen in der Middendorf-Atemtherapie aus Einzel- oder Gruppenarbeit – sowie anderer Methoden der Körpertherapie [Eutonie, Qigong, Feldenkrais].
Thema: Atem – Tonus – Stimme
Empfindungsfähigkeit für den Spannungszustand im Orofazialen Trakt, Kiefergelenk, Zungengrund und Kehlkopfbereich wird in diesem Kurs geweckt. Es besteht ein enger Zusammenhang dieses feinmotorischen Zusammenspiels mit der autochthonen Haltungs- und Atemhilfsmuskulatur im Bereich der Halswirbelsäule und damit der gesamten Wirbelsäule bis hinunter zur Becken-Kreuzbeinregion. Wir lassen uns diesen über den Atemweg bewußt werden. Lösung bewirkt Schwingungsfähigkeit und mühelose Aufrichtung der Wirbelsäule, Tonisierung des Zwerchfells und des Beckenbodens. Die Ausgewogenheit unseres Spannungshintergrundes beeinflusst indirekt die inneren Organe, Kreislauf- und Hormonsystem und verbessert die Kraft und den Ausdruck der Stimme.
Die Stimme ist Ausdruck unseres leiblichen Wohlbehagens; wir werden durch das Kontemplieren und Tönen von Vokalen den Atemraum öffnen und dem inneren Klang lauschen. Mittels der Konsonanten lassen sich Atemimpulse hervorlocken; die natürliche Atemspannung und der Klang der Töne wird verstärkt. Atem- und Stimmarbeit trägt dazu bei, daß das Sprechen uns nicht erschöpft, Spaß macht, uns von innen anregt und lebendig macht.
In diesem Kurs finden Sie wertvolle Anregungen für sich selbst sowie für die Arbeit an Patienten mit unterschiedlichen Problemen, die immer auch die Stimme beeinträchtigen.
Kursinhalt:
- Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit in Verbindung mit der Atembewegung in Gesicht, Mundhöhle, Kehle, Kiefergelenk und Halswirbelsäule
- Atembewegung und Schwingungsfähigkeit der Wirbelsäule, Zwerchfell und Beckenboden
- Atemtonus und Stimmentfaltung
- Atemraum und Klang
Voraussetzung zur Teilnahme:
Einführungskurs in die Atemarbeit nach Prof. Middendorf
Schwerpunkt: Berührung – Atem und Intention in der Kontaktaufnahme
Thema: Atemraum und -rhythmus
Irene Uhlig, PT, Bobath-Therapeutin, Atem-Körpertherapeutin, Qigong / TaijiQuanTherapeutin
Mitglied der Deutschen QiGong Gesellschaft
Körpertherapeutische Weiterbildung:
- Zertifikat in Integrativer Körper- und Bewegungstherapie am Institute for Educational Therapy, Berkeley, 1987
- Ausbildung zur Atemtherapeutin am Ilse-Middendorf-Institut, Berlin, 1989-1992
- Shiatsu Grundausbildung, 1995
- Supervision in Gestalttherapie und Bioenergetischer Analyse
- Praxis von TaijiQuan und QiGong seit 1984
Sie gibt atemtherapeutische Einzelstunden, unterrichtet in wöchentlichen Gruppen und Wochenendseminaren. An zahlreichen Fort- und Weiterbildungsinstitutionen für Gesundheits- und Sozialberufe hat sie bundesweit Lehraufträge.

